Insel Pellworm

Langsam kann es nun endlich mit dem Reisevergnügen wieder losgehen.
Möchte deshalb in loser Reihenfolge die deutschen Nordseeinseln mal wieder etwas näherbringen, beginnend mit der Insel Pellworm im nordfriesischen Wattenm
eer.

Die Inseln Sylt, Amrum und Föhr sind die touristischen Hochburgen Nordfrieslands. Weit weniger bekannt ist hingegen Pellworm – auch genannt „Insel der Ruhe“

Zur Entstehung der Insel:
Die „Grote Mandränke“ 1362 veränderte die Landschaft im Nordfriesischen Wattenmeer gravierend. Dabei versank der sagenumwobene Ort Runghold und es entstand die große Insel Strand. Im Oktober 1634 zerstörte dann eine weitere verheerende  Sturmflut die Insel Strand und es blieben nur noch Teile der großen Insel übrig: Pellworm, Nordstrand sowie die Halligen Nordstrandischmoor und Hamburger Hallig.

Bis heute bleibt die Insel Pellworm durch schwere Sturmfluten gefährdet. Gäbe es nicht den stetig erhöhten und inzwischen auf stattliche 8 m gewachsenen Seedeich, wäre auch sie wahrscheinlich inzwischen vom Meer verschlungen.

Pellworm hat viel Ähnlichkeiten mit einer Hallig. Viele alte häufig reetgedeckte Friesenhäuser stehen wie auf einer Hallig auf Warften (aufgeschütteten Erdhügeln):

Wesentlicher Unterschied zu einer Hallig ist wegen des hohen Seedeiches der fehlende Meerblick von der Insel.
Es gibt jedoch einen seeseitigen asphaltierten Deichweg, der über insgesamt 28 km rund um die Insel führt, dort hat man das Meer dann stetig im Blick.

Die 1777 erbaute Nordermühle hinterm Deich:

Pellworm liegt inmitten des nordfriesischen Halligmeeres, bei guter Sicht sind alle Halligen von Pellworm zu sehen, hier ein Blick vom grünen Badestrand der Insel zur Hallig Hooge:

Das Wahrzeichen der Insel ist der 1907 fertiggestellte Leuchtturm. Nach gleichen Bauplänen wurde damals auch der bekannteste und beliebteste deutsche Leuchtturm  „Westerheversand“ und der Hörnumer Leuchtturm auf Sylt erbaut

Ein weiteres Wahrzeichen: der Turm der im 11. Jahrhundert erbauten „Kirche St. Salvator“:

Der ursprünglich ca. 52m hohe Mauerziegel-Turm dieses mittelalterlichen „Friesendoms“ stürzte 1611 teilweise ein. Der noch erhalten Turmrest erreicht heute noch eine Höhe von 26m:

Turmruine aus dem 13./14. Jahrhundert, auf der Turmruine brüten heute diverse Rabenvögel.
Vorm Turm befindet sich der Heimatlosenfriedhof, auf dem gestrandete Seeleute bestattet wurden und werden.

Noch 2 Ausflugstipps

Tipp 1: mit dem Schipperboot der Gebrüder Hellmann nach „Nooderoogsand“, der riesigen Sandbank mitten im Nationalpark Wattenmeer.

Tipp2: Wattwanderung zur Hallig Süderoog
Mit dem Postboten Knud Knudsen geht’s von Pellworm ca. 6 km durchs Watt zur Hallig:

Auf der Hallig leben Nele und Holger, sie betreiben dort einen Archehof wo sie vom Aussterben bedrohte Tierarten züchten

das große Hofgebäude, das einzige Haus der kleinen Hallig

19 replies »

  1. Lieber Helmut,

    hatte mir schon Sorgen gemacht, weill Du lange Zeit nichts mehr gezeigt hast.

    Die Bilder sind wie immer genial und erzeugen Meerweh 😀

    LG Bernhard

  2. Fabulous photos, Helmut. Such rich colors and great composition. The rainbow is superb for its interesting surroundings and the also the people walking on the beach.

  3. Wir sind immer noch nicht geimpft – obwohl über 70 – das System in Deutschland krankt. Aber Deine Bilder sind wunderschön und irgendwann sind wir auch geimpft. Solange bleiben wir im Teufelsmoor. Grüsslies

    • Wie recht du hast. Hier auf der Hallig sind jedoch bereits alle voll geimpft. Es gab nur 2 Priorisierungen, erstens für über 80-jährige und die mit Vorerkrankungen und dann die 2. für alle übrigen Halliglüüd. Das in so vielen Priorisierungen wie es sonst üblig ist, wäre auch viel zu aufwendig für die insgesamt nur ca. 80 Personen. Dir alles Gute und lieben Dank für deinen Kommentar.

  4. Das sind wieder ganz herrliche Ansichten!

    Ja, das Reisevergnügen ist eine ungleich verteilte Geschichte, und viele warten auf Termine, die nicht verreisen wollen, sondern berufsbedingt eigentlich bessere Gründe hätten, aber grundsätzlich und neidlos ist vielleicht ist es auch ganz gut so, wenn nicht alle zugleich losbrechen.

    Da man sowieso nicht überall zugeich sein könnte, geht sowieso nichts über so schöne Bilder!

  5. Wieder einmal absolut tolle BIlder. Ich war 2009 auf Pellworm und ich muss sagen das ich zwiegespalten bin was diese Insel betrifft. Auf der einen Seite natürlich diese tolle Natur, auf der anderen Seite war die Gastronomie alles andere als top und die Unterkunft hatte den Namen auch nicht verdient. Vielleicht lag es auch an der Jahreszeit, wir waren im Oktober da. Ansonsten ist Pellworm natürich Klasse gelegen und hat einige schöne Sehenswürdigkeiten, aber ich würde die Hallig Langeneß immer vorziehen!

  6. Lieber Helmut,
    wunderbar dass ich mit dir wieder auf Nordsee-Reise gehen darf! Deine Fotos sind einfach toll! Danke auch für die interessanten Informationen. Besonders gut gefallen mit die Nordermühle mit dem Regenboogen und der spezielle Mauerziegel-Turm.
    Freue mich auf weitere Fotos.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz und bleib gesund!
    Esther

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